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Ein Punkt als kleines Trostpflaster

3. Oktober 09, Wetzikon - Winterthur 5:6 n. V. (2:1,1:2,2:2, 0:1)
Der EHC Wetzikon war im Heimspiel gegen Winterthur zwar viermal in Führung und kein einziges Mal im Rückstand, verlor aber nach einem Gegentreffer in der Verlängerung dennoch 5:6.

Es war noch einmal ein eindrückliches Gastspiel der Sonne. Kurz vor halb sechs Uhr wurden am Samstag in Wetzikon Temperaturen um die zwanzig Grad gemessen. Dementsprechend gut frequentiert war die Minigolf-Anlage gegenüber der Wetziker Eishalle.

Aber auch in der Halle drin schien, zumindest symbolisch, für den heimischen EHC Wetzikon immer wieder die Sonne. 2:0, 3:2, 4:3 und 5:4 führte das Team von Paul Berri gegen Winterthur. Doch zwei Minuten vor Schluss glich Raphael Geiser für den Favoriten zum vierten Mal aus. Und in der vierten Minute der Verlängerung liess Gäste-Stürmer Marco Bussola bei einem Ausschluss seines Teamkollegen Mattia Guidotti die Sonne für die Wetziker endgültig untergehen, als er die Partie mit seinem Tor zum 5:6 beendete.

Ein Schoner trennt EHCW von Sieg

Es war ein mehr als ärgerliches Ende für die Wetziker, denen sich zuvor die grosse Möglichkeit geboten hatte, das Spiel in der Overtime zu entscheiden. In der 63. Minute lag den knapp 500 Zuschauern, sofern sie denn Anhänger des Gastgebers waren, der Torschrei schon auf der Zunge. Doch Noël Brunner brachte aus kurzer Distanz die Scheibe nicht über den rechten Beinschoner des am Boden liegenden EHCW-Goalies Oehninger. Nur Momente später fing Bussola einen riskanten Querpass von Fabio Saiani an der gegnerischen blauen Linie ab und besiegelte mit seinem Treffer das Wetziker Schicksal.

«Natürlich sind wir enttäuscht», sagte Sportchef Daniel Steiner danach. «Aber die Mannschaft hat gut gespielt. Darauf lässt sich aufbauen.» In der Tat zeigten die Wetziker einen engagierten sowie lange Zeit kompakten Auftritt und gefielen durch ihr Körperspiel, mit dem sie sich bei den Winterthurern Respekt verschafften. «Wir haben Emotionen gezeigt und gut gekämpft», sagte EHCW-Trainer Paul Berri. «Wir haben viel Aufwand betrieben, stehen nun aber mit wenig Ertrag da.»
Er könne seiner Mannschaft deshalb jedoch keinen Vorwurf machen, meinte Berri. «Fehler passieren eben», sagte er in Anspielung auf Saianis fatalen Fehlpass. Das Defensivverhalten seiner Mannschaft sei jedoch weiter verbesserungswürdig. «Wenn man fünf Tore erzielt, sollte man eigentlich die Partie gewinnen können.»

Immer wieder vorgelegt

Bereits im ersten Drittel waren die Wetziker durch zwei Treffer von Simon Müller (14.) und Christoph Rohrer innerhalb weniger als einer Minute verdient 2:0 in Führung gegangen. Mit der schönsten Kombination des Abends legte der Gastgeber in der 26. Minute dann erneut vor, nachdem Schöbi mit einem haltbaren Weitschuss sowie Oliver Früh (21.) in doppelter Überzahl für Winterthur ausgeglichen hatten. Vesely verwertete nach einem von Portmann ausgelösten Angriff Rohrers geschicktes Zuspiel zum 3:2.

Darüber freuen konnte sich der EHCW allerdings nur kurze Zeit. Ganze drei Minuten nämlich. Dann schloss Schumann die erste Winterthurer Druckperiode der Partie bei numerischem Gleichstand mit einem schönen Handgelenkschuss ins hohe Eck zum 3:3 ab.

Noch zweimal konnten die engagierten Wetziker vorlegen. In der 45. Minute brachte der vom EHC Uzwil gekommene Diego Muspach die Oberländer 4:3 nach einem schnellen Gegenangriff in Führung. Und zehn Minunten vor Schluss traf Vesely nach toller Vorarbeit von Mike Portmann zum 5:4 und nährte die berechtigten EHCW-Hoffnungen auf einen Sieg. Letztlich aber vergebens, wie eine knappe Viertelstunde Spielzeit später feststand.

Quelle: Zürcher Oberländer / Oliver Meile

 

 

Telegramm

Wetzikon : Winterthur 5:6 n. V.
475 Zuschauer
SR: Maddaloni (Ehrensperger, Büsser).

Tore: 14. Simon Müller (Reichart, Deubelbeiss) 1:0 15. Rohrer (Vesely) 2:0 17. Schöbi (Vogler) 2:1 21. Früh (Loser, Schmid) 2:2 27. Vesely (Rohrer, Portmann) 3:2 31. Schumann (Geiser, Vogler) 3:3 45. Muspach (Holdener) 4:3 48. Bussola 4:4 50. Vesely (Portmann, Rohrer) 5:4 58. Geiser (Guidotti) 5:5 64. Bussola 5:6

Strafen: Wetzikon 8x2 Minuten plus 1x10 Minuten, Winterthur 5x2 Minuten.

Wetzikon: Grissemann; Noël Brunner, Baer, Hvidt, Lange, Durisch, Betschart, Olivier Brunner, Saiani, Muspach, Portmann, Tschudy, Berchtold, Vesely, Reichart, Elsener, Simon Müller, Rohrer, Deubelbeiss, Reto Müller
Winterthur: Oehninger; Kühni; Grolimund; Perret; Schenk; Schöbi; Thaler; Guidotti; Kühni; Loser; Schmid; Vogler; Bussola; Früh Ronny; Früh Oliver; Flüglister; Müller; Geiser Eric; Schumann; Büsser; Geiser Rafael

Verletzt: Schälchli

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